100
BC-Siege – ein
persönlicher Rückblick auf 29
Jahre Bayerncup
Geschafft! Der 1.
Platz in H 65 beim 5. BayernCup-OL in Bamberg war mein 100. BC-Sieg.
Und LFW Alfons Ebneth konnte mir eine originelle Tasse überreichen, auf
der dieser Rekord festgehalten ist. Er hatte dieses Präsent schon beim
3. BC-OL im Juli bereitgehalten, aber da hat Viktor Jarkov ihm und mir
einen Strich durch die Rechnung gemacht. Überhaupt hat sich dieser
„Youngster“ in H 65 als äußerst starker Gegner erwiesen, der mir in den
vergangenen zwei Jahren den 100. Sieg wirklich schwer gemacht hat. Und
so habe ich 140 BC-Starts gebraucht, bis der „Hunderter“ voll wurde.
Dieser Rekord hat mich
veranlasst, ein wenig Rückschau auf den BC zu halten. Begonnen hat
meine lange BC-Karriere beim allerersten BC-Lauf am 01.Juni 1980 in
Schwend/Opf. Bei dieser BC-Premiere, organisiert von der Familie
Ziesmann, konnte ich als 46-Jähriger auch gleich meinen 1. BC-Sieg
landen, in H 35. In dieser Anfangszeit gab es für die Senioren nur die
Kategorien D/H 35 und H 50. Erst nach und nach wurden die heutigen
Wettkampfklassen D/H 45, D/H 55 und zuletzt H 65 eingeführt. So kommt
es auch, dass ich im Laufe der Jahre in 5 (!) verschiedenen
Alterskategorien gestartet bin: Zuerst in H 35, später in H 50; dann
wurde H 45 eingeführt und so bin ich sieben Jahre lang darin
angetreten, ehe ich 1994 nach
H 55 wechselte. Zuletzt wurde auf meinen mehrfachen Antrag
noch die Kategorie H 65 eingeführt, der ich seit sieben Jahren
angehöre.
Durch diese „Verwerfungen“ in den Alterskategorien gab es natürlich
mehrere „magere“ Jahre für mich, weil die Konkurrenz teilweise 10 – 14
Jahre jünger war. Da gab es sogar das verflixte Jahr 1983, in dem ich
ganz leer ausging, d. h. ohne einen BC-Sieg blieb.
Trotz dieser für mich
zeitweise sehr ungünstigen Altersklasseneinteilung kann sich aber meine
BC-Bilanz durchaus sehen lassen. Denn neben den 100 BC-Siegen erreichte
ich bei der häufig deutlich jüngeren Konkurrenz auch noch 22
mal den 2. Platz. Und in den 29 BC-Jahren erreichte ich 20 Seriensiege,
und in den anderen 9 Jahren kam ich auf Rang 2 im BC-Endstand.
Gerne und dankbar denke ich
bei meinem Rückblick auch an die vielen BC-Ausrichter von Grünwald bis
Coburg. Und mit großem Bedauern erinnere ich mich an jene Vereine
oder Familien, die einmal sehr rührig waren, aber jetzt schon
lange aus der OL-Szene verschwunden sind, wie z. B. der TSV Griesbach
(Walter Janda), der TV Landau (Oechler, Vitek, Huf ) oder der TSV
Straubing (Familie Seidl) und der TSV Pfaffenberg (Ehepaar Weiß).
Überhaupt ist die Liste der verschiedenen Ausrichter erstaunlich lang.
Sie reicht vom TSV Albertshofen oder TSV Ammerndorf bis zum
TSV Weitramsdorf. Und die BC-Wettkämpfe führten mich in alle
bayerischen Regierungsbezirke. Auch in Schwaben bei Augsburg und in
Memmingen sowie in Unterfranken in Mömmlingen oder bei Bad Kissingen,
wo jetzt schon lange „Funkstille“ herrscht, wurden bereits
BC-Wettkämpfe ausgetragen.
Zu den „Dauerbrennern“ unter den BC-Ausrichtern gehört zweifellos der
TV Osterhofen. Von 1981 bis zum heurigen BC-OL in Flintsbach/Donau habe
ich mit dem jeweiligen OL-Team 15 BC-Läufe organisiert.
Dazu brauchte der Verein
natürlich entsprechende OL-Karten. Die ersten Karten – und auch die
letzte Karte „Sonnenhügel“ - haben wir, wie damals allgemein üblich,
unter großem Zeitaufwand selber aufgenommen und gezeichnet. Seit den
Neunziger Jahren haben wir dafür dreimal auswärtige Anbieter
engagiert, was uns natürlich einiges Geld gekostet hat. Aber diesen
zeitlichen und finanziellen Aufwand haben wir auf uns genommen, weil
wir uns immer solidarisch gesehen haben: Wenn andere für uns Wettkämpfe
organisieren, dann tun wir das als Gegenleistung auch für sie. Nur so
kann der OL auf Dauer funktionieren.
Was mich gegenwärtig beim
BC-Reglement stört, das sind die Ausrichterpunkte. Da gab es lange Zeit
100 % der Punkte aus dem besten Wettkampf. Derzeit gibt es
nur 90 % der Punkte des besten Wettkampfes. Das ist für konstant gute
Läufer meines Erachtens zu wenig. Mein Vorschlag ist es, den
Durchschnittswert aus den 3 besten Läufen zu nehmen. Davon könnten alle
Läufer profitieren, und die Ausrichter hätten es wahrlich verdient.
Wie wird es bei mir im BC
weitergehen? Bereits seit einigen Jahren bin ich der älteste
Orientierungsläufer in Bayern, im nächsten Jahr werde ich 75. Ich werde
weiterhin in H 65 laufen „müssen“, weil wir mangels „Masse“ keine
weitere Altersklasse einführen können. Aber solange keine
gesundheitlichen Probleme auftauchen und ich mithalten kann, möchte ich
mitlaufen. Denn der OL hat mir viel gegeben: Immer neue geistige und
körperliche Herausforderung, viele Erfolgserlebnisse und die
Verbundenheit mit vielen Gleichgesinnten.
Verfasser: Georg Reischl
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